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Straßburg
Liebfrauenmünster zu Straßburg
Das gotische Münster Straßburgs, Wahrzeichen und Herzstück der Stadt, ist eine der größten europäischen Kathedralen. Von den ersten christlichen Bauten des römischen Argentorate, wo bereits Mitte des IV. Jahrhunderts der Bischof Amandus tätig war ist, bleibt heute nichts übrig. Das heutige Straßburger Münster steht auf den Grundmauern einer Basilika, die 1015 von Bischof Wernher von Habsburg erbaut wurde. Dieser Bau war 1055 vollendet, wurde aber im 12 Jh. schwer beschädigt. Weitere Zerstörungen entstanden zu Anfang des13 Jh. durch Brand. Nach der Zerstörung dieses ottonischen Baus legte man ab 1176 die Fundamente für eine romanische Architektur. Die Ostseite der Kathedrale mit der Krypta, das nördliche Querschiff und der Chorraum mit Apsis, stammen aus dieser Zeit. Ab 1225 jedoch kamen Handwerker und Meister aus Chartres hinzu. Der Neubau des Langschiffes im gotischen Stil wurde bis 1275 fertiggestellt. Besonders in dieser Zeit sind Meisterwerke von unvergleichbarem Wert entstanden.
1276 wurde der Grundstein zur Westfassade gelegt, die von Meister Erwin von Steinbach später errichtet wurde. Es gab mehrere Pläne für diese Fassade. Zuerst mit zwei Türmen, nach französischer Art, danach hat man den Raum zwischen den beiden Türmen mit einem Glockenhaus zugebaut, und einen einzigen Turm, nach germanischer Art, auf die Nordseite gesetzt. 1439 wurde die Turmspitze vollendet. Mit seinen 142 Metern Höhe war das Straßburger Münster bis zum 19. Jahrhundert das höchste Bauwerk der Christenheit. Sehenswert in der Kathedrale sind die Glasmalereien (12.-14. Jhd.), die steinerne Kanzel (Spätgotik), der Engelspfeiler im südlichen Querschiff (1220- 1230), die astronomische Uhr und die Orgel. Die ältesten Glasfenster befinden sich im nördlichen Querschiff. Darunter das Salomonische Urteil, welches sehr berühmt ist. Im nördlichen Seitenschiff sind die Könige und die Kaiser dargestellt (13 Jhd.), auf der andere Seite wird die Geschichte von Jesus und Maria auf kleinen Fensterfeldern (14 Jhd.) erzählt . In den oberen Fenstern sind Heilige dargestellt. Das mittlere Fenster im Chorraum stellt die Muttergottes von Straßburg dar. Über ihr sind die 12 Sterne der europäischen Fahne zu sehen. Dieses Fenster ist ein Geschenk des Europarats (1956). Die Steinkanzel wurde 1485 von Hans Hammer für den Prediger Geiler von Kaysersberg errichtet. Über 50 kleine Statuen schmücken dieses, aus Sandstein geschnitzte, Werk. Der kleine Hund am Eingang der Kanzel sagt uns, wir sollen dem Wort Gottes treu bleiben. Das Gehäuse der astronomischen Uhr stammt aus dem 16 Jh. und Jean- Baptiste Schwilgué gab ihr Mitte des 19 Jh. ein neues Innenleben, nachdem sie seit der Revolution von 1789 stillgestanden hatte. Schwilgué baute auch ein kopernikanisches Planetarium und den liturgischen Kalender hinzu. Jede Stunde wird vom „Tod“ geschlagen, während gleichzeitig die „Vier Lebensalter“, dargestellt als Kind, als Jugendlicher, Erwachsener und Greis, am Tod vorbeiziehen. Um 12 Uhr mittags ziehen die 12 Apostel an Jesus vorbei ; über ihnen das Flügelschlagen und Krähen eines großen Hahns. Das Pendentif der Schwalbennestorgel stammt aus dem 14 Jhd. Die Orgel wurde von Andreas Silbermann im 18 Jh. neu erbaut, woher auch die vergoldeten Seitenflügel stammen. Alfred Kern hat die Orgel 1981 restauriert. Sie gilt bis heute als eine der schönsten im Elsaß und Umgebung. |
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